Im Außendienst arbeiten die Mitarbeiter mit Android-Handys, die Geschäftsführung mit dem iPhone, und in der Werkstatt liegt ein Windows-Tablet. Wer für diese Lage eine App entwickeln lassen will, fragt sich zuerst, ob er für iOS und Android zwei Apps bezahlen muss. Oft reicht eine. Sie wird einmal entwickelt, läuft auf allen Systemen, und jede Änderung erreicht alle Geräte mit demselben Update.
Was eine App für alle Systeme im Alltag bedeutet
Bei getrennten Apps entsteht für das iPhone und für Android je eine eigene App, mit eigenem Code, eigenen Tests und eigenen Updates. Eine App für alle Systeme hat nur einen Code. Wir setzen dafür meist Flutter ein, eine Technik von Google, mit der dieselbe App auf iPhone, Android, Windows und im Browser laufen kann. Die dritte Möglichkeit ist eine Web-App, die ohne Installation im Browser läuft.
| Kriterium | Getrennte Apps je System | Eine App für alle Systeme | Web-App im Browser |
|---|---|---|---|
| Entwicklung | für jedes System einmal | einmal | einmal |
| Tests | je System ein eigener Testplan | ein Testplan, geprüft auf allen Zielgeräten | ein Testplan, geprüft in den gängigen Browsern |
| Updates | für jedes System getrennt | eine Version für alle Geräte | sofort für alle, ohne App-Store |
| Gerätefunktionen | voller Zugriff | Kamera, Funkverbindung und Arbeiten ohne Netz möglich | eingeschränkt |
| Verteilung | App Store und Google Play | App Store, Google Play und Windows | Link, ohne Installation |
| Passt, wenn | eine Funktion eines Systems im Mittelpunkt steht | die App auf mehreren Systemen laufen soll | die Anwendung ohne Gerätezugriff auskommt |
Getestet wird auch eine App für alle Systeme auf jedem Zielgerät. Der Testplan ist aber derselbe, und ein Fehler wird an einer Stelle behoben.
Beim Aussehen haben Sie die Wahl. Die App kann auf jedem System die gewohnten Bedienelemente verwenden, also iPhone-typische Schalter und Menüs auf dem iPhone und Android-typische auf Android. Oder sie sieht überall gleich aus, im Design Ihres Unternehmens. Nicht jedes Symbol und jede Schrift eines Herstellers darf dabei auf den Geräten des anderen eingesetzt werden. Auf diese Lizenzbedingungen achten wir.
Web-App oder App aus dem Store?
Eine Web-App öffnen Ihre Mitarbeiter oder Kunden über einen Link. Eine Installation gibt es nicht, eine Freigabe durch einen App-Store auch nicht, und Änderungen sind sofort für alle sichtbar. Das passt für Formulare, Übersichten und Auswertungen, die am Schreibtisch oder mit stabiler Internetverbindung genutzt werden.
Eine installierte App ist die bessere Wahl, wenn sie an das Gerät heranmuss: an die Kamera, an eine Funkverbindung zu Maschinen oder Sensoren, an Benachrichtigungen. Dasselbe gilt, wenn auf der Baustelle oder in der Halle ohne Netz gearbeitet wird.
Eine App für Tablets auf der Baustelle
Für BMS Solutions haben wir Spezifikation, Oberfläche und Tests einer App verantwortet, mit der sich Linearmotoren für Großlamellen an Fassaden einstellen und in Betrieb nehmen lassen. Hub, Endlagen und Klemmschutz werden per Funkverbindung vom Tablet aus gesetzt, ohne dass jemand an den verbauten Motor herangehen muss. Die Firmware der Geräte stammt von BMS.
Die App läuft auf Android-Tablets und auf dem Microsoft Surface. Eine Version für iOS ist geplant, und dafür entsteht keine zweite App: Sie kommt aus demselben Code. Von der Idee bis zur betriebsfähigen App vergingen vier Monate, die meiste Zeit davon für Spezifikation und Tests. Mehr dazu steht in der Erfolgsgeschichte zur Linearmotor-App und im Beitrag über Inbetriebnahme-Apps für Gerätehersteller.
Was eine App für alle Systeme bei der Wartung spart
Ein großer Teil der Arbeit an einer App beginnt nach dem Start. Fehler werden behoben, neue Systemversionen von Apple und Google müssen nachgezogen werden, Funktionen kommen dazu. Bei getrennten Apps fällt diese Arbeit für jedes System an. Bei einer App für alle Systeme wird jede Änderung einmal umgesetzt und mit demselben Testplan auf allen Geräten geprüft.
So läuft unsere eigene Exposure App seit Januar 2024 auf iPhone und Android. Hinter ihr stehen rund 100.000 Zeilen Code, die ein Entwickler unter unserer Leitung pflegt. Vor jedem Update laufen automatische Prüfungen, am Ende geben Testerinnen und Tester das Update von Hand frei. Eine Web-Version wäre aus demselben Code möglich. Veröffentlicht haben wir sie bewusst nicht.
Was eine App kostet, hängt vor allem vom Umfang ab. Eine erste Schätzung liefert unser App-Konfigurator, die Hintergründe stehen im Beitrag Was kostet eine App im Mittelstand?
Wann getrennte Apps die bessere Wahl sind
In einigen Fällen raten wir zu getrennten, sogenannten nativen Apps, die jeweils nur für ein System gebaut werden:
- Eine bestimmte Gerätefunktion steht im Mittelpunkt der Bedienung, etwa der Stift auf dem iPad.
- Es steht fest, dass die App nie auf einem anderen System laufen muss.
- Die App braucht sehr komplexe Kamera- oder Bluetooth-Funktionen.
- Die Anwendung rechnet sehr viel. Dann prüfen wir vor dem Start genau, ob eine App für alle Systeme geeignet ist.
Diese Frage klären wir in der Spezifikation, bevor programmiert wird.
Wie ein Projekt bei uns beginnt
Am Anfang steht ein kostenloses Vorgespräch. Im anschließenden Workshop klären wir, wer die App wo benutzt und auf welchen Geräten sie laufen muss. Daraus entsteht die Spezifikation und mit ihr die Entscheidung zwischen einer App für alle Systeme, getrennten Apps oder einer Web-App. Was in eine solche Spezifikation gehört, beschreibt der Beitrag zum Lastenheft für eine App. Wie wir Apps entwickeln und betreuen, steht unter Software & App-Entwicklung. Für ein Vorgespräch schreiben Sie uns.
