Wenn Standardsoftware nicht reicht
Der Standard Motor Interface e.V. entwickelt die einheitliche, bidirektionale Schnittstelle für elektrische Antriebe in Sonnenschutzanlagen und zertifiziert darauf aufbauend Produkte von rund 30 Mitgliedsunternehmen. Für ein solches Zertifizierungsverfahren gibt es keine Standard-Vereinssoftware von der Stange, dafür ist der Prozess zu spezifisch und zu sicherheitskritisch.
Wir begleiten die Digitalisierung dieses Verbands seit mehreren Jahren, angefangen bei der Migration nach Microsoft 365 mit SharePoint und Teams.
Darauf folgten mehrere Power Apps für Selbstzertifizierung, Produktregistrierung und Rechnungsstellung. Für den Start war das die richtige Wahl: schnell einsatzbereit, ohne eigenes Hosting, mit sofort messbarem Effekt. Manuelle Arbeit ging spürbar zurück, die Fehlerquote bei der Zertifizierung sank um zwei Drittel.
Von der Power App zur getesteten Web-Anwendung
2026 haben wir die Lösung neu aufgebaut, als getestete Web-Anwendung mit React und Azure Functions. Der Zugriff auf die bestehenden SharePoint-Daten läuft über Microsoft Graph, eine Datenmigration war dafür nicht nötig.
Weil sich das Cloud-Hosting an der tatsächlichen Nutzung orientiert und nicht an der Zahl registrierter Konten, sanken die laufenden Kosten auf 0 bis 10 Euro im Monat.
Zugriffsrechte auf dem Server
Zugriffsrechte werden jetzt auf dem Server durchgesetzt. Mitglieder greifen ausschließlich über eine kontrollierte Schnittstelle zu, die jede Anfrage auf berechtigte Unternehmen beschränkt. Für den neuen OEM-Registrierungsprozess war das eine harte Anforderung.
923 Tests vor jedem Release
Vor jedem Release laufen 923 automatisierte Tests, in wenigen Minuten. Manuelles Durchklicken vor jeder Veröffentlichung entfällt damit vollständig.
Warum Low-Code an seine Grenzen stößt
Mit wachsenden Anforderungen wuchs auch die Belastung der ursprünglichen Power-App-Architektur. Externe Gastkonten, strenge Sichtbarkeitsregeln aus kartellrechtlichen Gründen und häufige Änderungszyklen verschoben zwei Dinge grundlegend. Aus den Sichtbarkeitsregeln wurde eine echte Sicherheitsanforderung. Und Gastzugänge verursachten auf einmal echte, nutzerbasierte Lizenzkosten.
Besonders ausgezahlt hat sich eine Entscheidung: Die Daten blieben in SharePoint und wanderten nicht nach Dataverse. Ein späterer Plattformwechsel betrifft dadurch nur die Oberfläche, die Daten bleiben, wo sie sind.
Ein durchsuchbares Mitgliederverzeichnis
Aus dem ursprünglichen Zertifizierungsprozess ist inzwischen mehr geworden. Ins bestehende SharePoint-Intranet integriert, macht ein durchsuchbares Verzeichnis alle Mitgliedsunternehmen auffindbar, samt automatischen Abläufen für den Ein- und Austritt von Mitgliedern. Manuelle E-Mail-Ketten entfallen. Die technische Hürde dabei: Standard-Konnektoren erreichen Gastprofile ohne eigene M365-Lizenz nicht. Gelöst haben wir das über Felder im Microsoft-Verzeichnis (Entra). Teure Premium-Konnektoren und zusätzliche Lizenzgebühren pro Gastzugang braucht es dafür nicht.

Über die gesamte Zusammenarbeit hinweg sparen Verein und Mitgliedsunternehmen zusammen mehr als 100 Personenstunden im Jahr, bei vollständiger Compliance-Abdeckung.
Wo das heute steht
Die Migration, der Wechsel von der Power App zur Web-Anwendung und das Mitgliederverzeichnis sind abgeschlossene Ausbaustufen. Die Betreuung selbst ist es nicht: Wir begleiten den Verband bis heute über einen festen Servicevertrag, als derselbe Ansprechpartner, der die Architektur von Anfang an kannte.
Ergänzend dazu haben wir auch die Rechnungsstellung automatisiert, dazu mehr im separaten Beispiel E-Rechnungen automatisch erstellen.

